Gewittergedicht

Am ersten Herbsttag ist schlicht-
weg, alles in Sicht, was der Sommer
getan und gedacht hat.
Dass alles fällt, herab-
schauen die Männer in Anzügen auf die Dekolletees
der Maurer.
Gedanklich, wie auch sonst, nur ein Plan-
Tage des Wartens und Wochen des Kummers,
dann Monate der Vernunft, gefolgt von Jahren des Eifers,
denen schon der Bote des Versagens vorauseilte.
„An meine Wand kommt keine Leiter, meine Wand ist frisch gestrichen.“ Klagt Wolfgang R., Hausleiter einer Berliner Kaufland-Filiale, der die Wand der neu errichteten Kühltheke sein Eigen nennt. Er ist ganz der Betrieb, er ist der Betrieb. Alles seines.
Am Aufzugschacht steht ein Verwirrter,
„umherirrender Aufzugmonteur, komm her“ brüllt Wolfgang R.
Die Wiesen sind Fliesen,
die Luft ist der Duft der seither vom Maggiregal kommt.
Einkaufen zur Mittagsstunde ist Arbeitsscheu.
Die Moral misst man
Wer an’s Lokal pisst,
dann ist wischen wichtig.
„Ja, hier und dazwischen, richtig.“

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